Himlet - Shakespeares Hamlet als Objekttheater (AT)

Premiere in Planung


"Etwas ist faul im Staate Dänemark"

 

Himlet

 

Die Lebensmittel eines alltäglichen Einkaufs werden auf dem Küchentisch zu Protagonisten der Tragödie. Die kleine fragile Himbeere Hamlet steht zwischen der fetten Königstorte, dem Himbeergeist seines Vaters, der Senftube Polonius und dem noch fragileren Ei Ophelia. Zum Leben erweckt werden die Figuren durch zwei Schauspieler, durch die Coronakrise in ihrer Leidenschaft gebremsten Theaternerds, die sich nun den Klassiker in die Küche holen.

 

Was ist Wahn, was ist Wirklichkeit? Wo liegen Schuld und gesellschaftliche Verpflichtung im Handeln oder Nicht-Handeln? Wie funktionieren Machtstrukturen? Neben den Themen des Hamlet steht in Himlet zudem das Thema Lebensmittelverschwendung im Mittelpunkt. Die humoristischen Möglichkeiten, die aus der Tatsache entstehen, dass die Charaktere Alltagsobjekte sind, werden ebenso ausgelotet wie die überraschende Erkenntnis, dass man mit einem Energydrink in der Dose Mitleid empfinden kann.

 

Die Textfassung entwickeln die Projektbeteilgten aus dem Schlegel-Tieck-Hamlet, eigenen Paraphrasierungen, Diskussionen über Textdeutungen und konkrete Themen wie Theater in Coronazeiten und Lebensmittelverschwendung sowie aus musikalischen Nummern. Zum Einsatz kommt auf der Bühne auch eine Kamera, mit der eine zusätzliche Möglichkeit entsteht mit filmischen Mitteln die emotionale Beziehung zu einem Objekt zu beleuchten, und es zudem möglich wird Vorgänge mit kleinen Objekten in einem Zuschauerraum sichtbarer zu machen.

 

Das Projekt ist als Aufführung in einem Theaterraum geplant, bietet aber – je nach Entwicklung der Corona-Situation - auch die Möglichkeit einer digitalen Aufführung. Nach der Entwicklung sind Aufführungen als Gastspiele in freien Theatern geplant und zudem ein Angebot als Klassenzimmerstück.

 

Projektbeteiligte:

Torben Föllmer - Konzeption, Text und Spiel

Johannes Fast -Konzeption, Text und Spiel

Marisa Wendt - Regie, Dramaturgie

 

gefördert durch das Kultur!Büro des Kreis Siegen-Wittgenstein